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Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als auch in der Person eines jeden anderen immer nur als Zweck niemals bloß als Mittel brauchst.

 Was ist Aufklärung

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmün-digkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung durch andere zu bedienen. Selbstverschuldet ist die Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Der Mensch bedarf der Aufklärung mittels seiner Vernunft: Glückliches Leben

In der ersten Lebensform, der des Genusses, ist die Bestimmung des Glücks nicht zu finden. Wer nur dem Genuss frönt, lebt „sklavenartig“ und „das Leben des Viehs“ – ein tierisches, kein eigentlich menschliches Leben, weil er das nicht einsetzt, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Vernunft und Sprache. Als zweite Lebensform nennt Aristoteles die politische – und in diesem politischen Leben können die Menschen ihr Glück finden. Dies wird nur verständlich wenn man eine grundlegende Annahme des Aristoteles über das menschliche Wesen berücksichtigt: er sagt, der Mensch sei das von Natur auf das Leben in der Polis (der geordneten politischen Gemeinschaft) hin angelegte Lebewesen. Das höchste Gut für den Menschen lasse sich nur im  gemeinschaftlichen politischen Leben und Handeln verwirklichen; niemals lasse es sich individuell erreichen. Daher wird die politische Wissenschaft die wichtigste und leitendste bei der Frage nach dem höchsten Gut: „Denn sie bestimmt, welche Wissenschaften in den Staaten vorhanden sein müssen, welche ein jeder lernen muss und bis zu welchem Grade man sie lernen muss (...). So dürfte wohl ihr Ziel die Ziele aller anderen mit umfassen; dann wäre also dieses das Gute für den Menschen. Mag nämlich auch das Gute dasselbe sein für den Einzelnen und den Staat, so scheint es doch größer und vollkommener zu sein, das Gute für den Staat zu ergreifen und zu bewahren“

Das höchste Glück

Die  dritte Lebensform, die Aristoteles anführt, nennt er die „theoretische Schau“. Er fragt danach, welche Rolle die betrachtende Lebensweise spielt. Hat sich die menschliche Natur im politischen Leben nicht bereits völlig realisiert? Kann das betrachtende oder theoretische Leben (bios theoretikos) dem Glück noch etwas hinzufügen? Diese Fragen beantwortet Aristoteles im 10. Buch der „Nikomachischen Ethik“. Dabei wiederholt er zunächst seine Definition des Glücks:

Das wesentliche Leben

Ist aber das Glück eine der Tugend gemäße Tätigkeit, so muss es vernünftigerweise der vorzüglichsten Tugend gemäß sein, und diese ist wiederum die Tugend des Besten in uns. Das Beste im Menschen ist aber das Göttliche, das in ihm eingeschlossen ist, und die Erkenntnis des Göttlichen ergibt sich ihm nicht durch das Handeln im Staat, sondern durch die dianoetischen Tugenden der Theorie, durch die Betrachtung. Das betrachtende Leben ist letztlich wesentlicher als das politische.

Was ist Dummheit

Dummheit ist der Mangel an Urteilskraft.

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Selbstbetrug Freiheit

„Denk’ ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“.

Wer kennt diesen melancholischen Ausruf Heinrich Heines nicht? Aber das ist Geschichte. Das ist tiefstes 19. Jahrhundert. Das Deutschland des Jahres 2008 bringt niemanden mehr um den Schlaf.

Wenn die Deutschen nicht so verliebt wären im Nichtwissen ihrer Geschichte, wenn sie, gemäß ihrer Verfassung, innerlich frei wären und die geistige Verblödung nicht zum Kult erhoben hätten, dann könnte der letzte Satz ohne Zögern so stehen bleiben.

Wenn unter Deutschen heute von Freiheit die Rede ist, dann ist Freiheit von Pflichten gemeint,   die Freiheit von Zwängen, dann meinen sie die Freiheit der Explosion, die Freiheit der Selbstprostitution, die Freiheit zur Verschwendung, die Freiheit der Selbstversklavung durch die Gesetze des Marktes, dann meinen sie Freiheit der Willkür. Wenn von Freiheit die Rede ist, dann von der Freiheit zum Selbstbetrug.

„Am schwersten“, sagt der Paderborner Philosoph Hans Ebeling, „wiegt unter den Irrtümern des Selbstbetrugs das ästhetische Wohlgefallen an sich selbst, weniger der Narzismus der Jünglinge oder die Selbstaffektion der weiblichen Jugend, denn hier ist immerhin von Schönheit die Rede, gemeint ist vielmehr die Behäbigkeit, die dickbäuchige Saturiertheit, die doch nur nach immer erneuerter Befriedigung der Gefräßigkeit verlangt. Solches Wohlgefallen an sich, das doch nicht zur Ruhe kommen kann, ist nur das Werk und die Tat der Gier als Besitzgier. Das eigentliche Laster der Alten, der Geiz, ist ihr Ausdruck. Was abgegeben wird, sind nur Worte. Der unbegrenzte Redefluss, der externalisierte Autismus, die Anschlusslosigkeit an die Welt, belegt die Erstarrung der Behäbigen nicht weniger als ihr Stummsein. Der quasi animalische Stumpfsinn, der an kein Lebensalter gebunden ist, im Alter aber besonders signifikant wird, ist freilich an der Selbstbetrunkenheit der Rede vorzüglich zu studieren, und zwar nicht lediglich der Alltagsrede, sondern speziell in der Sophistifikation.

Die Gattung ist zur vernünftigen Selbsterhaltung qua Selbststeigerung erkennbar nicht fähig und daher prinzipiell auch nicht überlebensfähig – außer bei der Zuhilfenahme rigoroser Mittel der Suppression. Nur einzelnen ist die vernünftige Selbststeigerung zuzutrauen. Die Massen dagegen haben durch technische Intervention, nämlich sog. Informationssysteme, tatsächlich nur Systeme der Desinformation, global einen (sit venia verbo) Verblödungsgrad erreicht, den die Religionen niemals bewerkstelligen konnten“.

Wenn unter Deutschen heute von Freiheit die Rede ist, dann ist damit nicht die Unabhängigkeit von Fremdbestimmung gemeint, sondern die Freiheit, sich der Fremdbestimmung zu unterwerfen: dem „Song“ eines ichsüchtigen Idols, den sinnlosen Ratschlägen der Medien, der dummschwätzigen Verführung der Werbewelt. Nicht ohne Grund heißt das Motto einer großen deutschen Wochenzeitschrift: „Der Kampf gegen die Dummheit hat gerade erst begonnen“.

Der aktuelle kollektive Selbstbetrug, so Ebeling, sei  längst zu einem durch immer wieder ‚andere’ vermittelten Betrug geworden - und jede Wohlgefälligkeit sei der Gefälligkeit der Werbewelt untergeordnet. Dies aber sei vergleichbar der Prostitution. Und diese Art der Prostitution erwiese  sich damit in der letzten und dürftigsten Instanz lediglich als Selbstprostitution. Die Unwahrhaftigkeit vor sich selbst sei die mangelnde Ernsthaftigkeit, sich die Selbstprostitution einzugestehen als die letzte Form der Selbstenteignung. Daraus folge der von den so Prostituierten ausgehende inzwischen lebensgefährliche Betrug an den anderen, nachdem er zunächst an jeden selbst praktiziert worden sei. Die Kreisbewegung des Betrugs schließe sich immer wieder nur mit neuem und erneuertem Betrug zusammen.

Wir haben es mit einem über Jahrtausende anhaltenden Stillstand der Geschichte zu tun. Obwohl die einzelnen Menschen es nicht bemerken, geschieht doch immer wieder dasselbe. Nur das Äußerliche verändert sich. Wir leben nicht mehr auf Bäumen und auch nicht mehr in Höhlen. Wir sind mit Bewusstsein ausgestattet, das aus dem Nichts entspringt und das im Nichts versinkt. Wir sind noch die alten Affen – nur dass die heutigen Affen den digitalen Rechner und die nukleare Technik zu leitenden Idolen erhoben haben. Auf die Menschheit als Ganzes  gesehen, ergeht uns aber nicht anders als jenem Menschen, der Tag um Tag denselben Tag immer wieder erlebt. Was aufeinander folgt, sind bloße Selbsterhaltungssequenzen. Wir suchen die Lösungen in den Systemen und übersehen, dass die Lösung einzig außerhalb der Systeme gesucht und gefunden werden kann.

Solange Freiheit als Freiheit zur Unterwerfung verstanden wird, ist keine Lösung in Sicht. Solange die Menschen der westlichen Welt davon überzeugt sind, Freiheit zum Konsum oder Freizügigkeit seien Formen der Freiheit, werden sie ausgenutzt und versklavt.

Freiheit aber im positiven Gebrauche ist Unabhängigkeit von den bestimmenden Ursachen der Sinnenwelt. „Wenn es keine Unabhängigkeit von den bestimmenden Ursachen der Sinnlichkeit gibt, fällt die praktische Freiheit dahin, und es triumphiert ein strenger Determinismus.“

Die höchste Stufe der Freiheit aber geht auf die moralische Freiheit, auf die „Würdigkeit“ glücklich zu sein. „Erst ihre Gesetze, das Sittengesetz und die reinen moralischen Imperative, schreiten die Möglichkeiten der Vernunft im Bereich des Praktischen vollständig aus, da sie völlig a priori (ohne Rücksicht auf empirische Bewegungsgründe, d.i. Glückseligkeit) das Tun und Lassen bestimmen“

Gerd Heming (Vors.) Januar 2008

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Die Philosophie des Geistes. Eine transzendentale Psychologie, S. 221 ff:

  • Eine Philosophie des Geistes sollte sich nur über den Weg einer Erkenntniskritik entfalten.
     
  • Es gibt eine Kluft, die eine transzendentale von einer empirisch überprüfbaren Theorie trennt
     
  • Entscheidende ist, dass die heutigen Kognitionswissenschaften, etwa die Neurophysiologie, die Psycholinguistik und Computer-Informatik, empirischen statt transzendentalen Fragen nachgehen.
     
  • Es ist keine Zufall, dass Kants geistphilosophische Hauptthese, der transzendentale Idealismus, bei etwa Brook nur eine Nebenrolle spielt.
     
  • Kants Bausteine für eine Philosophie des Geistes beginnen mit 1. den zwei komplementären Erkenntnisstämmen. Diese Unterscheidung der rezeptiven Sinnlichkeit vom verarbeitenden Verstand dürfte auch für eine empirische Erkenntnispsychologie belangvoll sein.
     
  • Ferner sind wichtig 2. Kants Lehre der vorempirisch gültigen Ordnungsstrukturen, der Anschauungsformen und Verstandesbegriffe,
     
  • Und 3. im Rahmen der Sinnlichkeit die Hinweise zu einem Zusammenspiel von inneren und äußerem Sinn, in denen sich für das Leib-Seele-Problem ein (sekundärer) Eigenschaftsdualismus andeutet.
     
  • 4. Entscheidend ist Kants epistemische Revolution: dass man wegen der vorempirischen „Mitbringsel“ nur „Erscheinungen“, keine „Dinge an sich“ erkennt. Damit erweitert er seine Antwort auf das Leib-Seele-Problem um einen grundlegenden Monismus. Auch die Seele ist „nicht an sich geistiger Natur... Denn durch einen solchen Begriff nehme ich nicht bloß die körperliche Natur, sondern überhaupt alle Natur weg, d.i. alle Prädikate irgend einer möglichen Erfahrung“ (B 712). Insgesamt steuert Kant zum schwierigen Leib-Seele-Problem ein komplexes Lösungsnetz bei, das Descartes Dualismus durch einen grundlegenden Monismus ablöst und in dessen Rahmen einen sekundären Eigenschaftsdualismus vertritt. Insgesamt unterscheidet Kant mindestens vier Leib-Seele-Probleme und bietet für sie verschiedene Lösungsmuster an.
     
  • 5. die sinnlichen Empfindungen durchlaufen verschiedene Stufen der Verarbeitung und Einheitsbildung,
     
  • 6. deren Regeln die Begriffe sind, die wiederum erst durch Schemata anwendbar werden und dabei sowohl den transzendentalen Grundsätzen als auch Prinzipien der Einheit, den Ideen unterliegen.
     
  • 7. Ein besonderes Gewicht haben die Aussagen über das Bewusstsein und über die Sonderstellung des Selbstbewusstseins mit der auch systematisch folgenreichen Unterscheidung des transzendentalen „Ich Denke“ von der empirischen Aussage „Ich existiere denkend“. Eine Fundgrube für eine positive transzendentale Psychologie bildet die „Deduktion“, einschließlich des reinen „Ich denke“.
     
  • 8. Der „Paralogismus“ ergänzt um ein negatives Gegenstück, um eine transzendentale Theorie jener „fundamentalpsychologischen“  Fehlschlüsse, denen die rationale Psychologie, eine nur „angebliche Wissenschaft“ (B 400), erliegt.
     
  • 9. Darüber hinaus diagnostiziert Kant einen elementaren Fehler, das Zeichen einer „faulen Vernunft“ (B 717), die mit den Ideen, etwa einer immateriellen, denkenden Substanz, natürlich Phänomene zu erklären sucht.
     
  • 10. Obwohl sich die Kritik auf einer anderen, transzendentalen Ebene bewegt, versperrt sie sich keineswegs einer empirischen Psychologie. Ein Baustein dafür findet sich etwa im Hinweis, dass das Bewusstsein jederzeit einen  Grad hat, der immer noch vermindert werden kann (B 414). Hier taucht freilich die Schwierigkeit auf, dass Kant die Empfindungen für intensive, folglich messbare Größen hält. Trotzdem sei die „Mathematik auf die Phänomene des inneren Sinnes und ihre Gesetze nicht anwendbar“, denn „die reine innere Anschauung, in welcher die Seelen-Erscheinungen konstruiert werden sollen, ist die Zeit, die nur eine Dimension hat“. (IV 471).
     
  • Ein weitere Baustein zur empirischen Psychologie wird häufig übersehen: 11. Kant verwirft zwar die überlieferte rationalistische Philosophie des Geistes, da die Seele als etwas bloß Gedachtes weder in ihrer Substantialität noch in ihren Eigenschaften erkennbar sei. Er räumt ihr aber den Rang einer regulativen Idee aller empirischen Psychologie ein.
     
  • 12. Innerhalb der geläufigen Unterscheidung von empirischer und rationaler Psychologie (B 401) interessiert sich die Kritik unmittelbar lediglich für den rationalen Teil, während sie die empirische Psychologie einer künftigen „ausführlichen Anthropologie“ zuordnet (B 877). Viele der heutigen Fragen sind  deshalb für die Kritik unerheblich. Trotzdem kann sie auf manche leicht antworten, etwa wohin Schmerzen gehören, die als Kopf-, Zahn- oder Magenschmerzen anders als seelischer Schmerz lokalisierbar sind. Die Antwort: Gemäß dem schon genannten Eigenschaftsdualismus gehören sie zum Ich des äußeren im Unterschied zu dem des inneren Sinnes.
     
  • Wieder andere Fragen 13. beispielsweise nach Empfindungen des Angenehmen und Unangenehmen oder nach Gefühlen von Lust und Unlust, behandelt Kant erst in der Grundlegung und in der zweiten Kritik,
     
  • 14. die Frage nach dem ästhetischen Wohlgefallen in der dritten Kritik. Infolge dessen gibt es für Kant thematisch gesehen, drei verschiedene Philosophien des Geistes: eine erkenntnistheoretische, eine moraltheoretische und eine ästhetiktheoretische Geistphilosophie.
     
  • 15. Darüber hinaus steuert er in der Anthropologie zahlreiche „pragmatische“ Elemente über das bei, was der Mensch „als feihandelndes Wesen, aus sich selber macht, oder machen kann und soll“ (VII 119).
     
  • Kant legt noch Wert auf die Unterschiede, insbesondere darauf, dass eine Philosophie des erkennenden Geistes anders als die des moralischen und wieder anders als die des ästhetischen Geistes ausfällt.
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2011-02-13 15-30-10.500

Der Philosoph

Aufklärung

Aufklärung ist der Aus-gang des Menschen aus seiner selbstver-schuldeten Unmün-digkeit. Un-mündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung durch Andere zu bedienen. Selbst-verschuldet ist die Unmündigkeit, wenn die Ursache nicht im Mangel des Verstandes, sondern der Ent-schließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung zu be-dienen. Habe Mut, dich deines eigenen  Ver-standes  zu bedienen!


Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur  längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen, Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der fr mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, usw.: so brauche ich mich ja selbst nicht zu bemühen.  Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für ich übernehmen.  Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den ‘Schritt zur Mündigkeit, außer dem, daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben.  Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem  Gängelwagen, darin sie sie einsprerreten, wagen durften: so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. (Kant)


Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetze werden sollte.

Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst. (Kant)


Wenn es keine Unahängigkeit von den bestimmenden Ursachen der Sinnenwelt gibt, fällt die praktische Freiheit dahin, und es regiert ein strenger  Determinismus (Kant).


Genuss

In der ersten Lebensform, der des Genusses, ist die Bestimmung des Glücks nicht zu finden. Wer nur dem Genuss frönt, lebt „sklavenartig“ und „das Leben des Viehs“ – ein tierisches, kein eigentlich menschliches Leben, weil er das nicht einsetzt, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Vernunft und Sprache.

Als zweite Lebensform nennt Aristoteles die politische – und in diesem politischen Leben können die Menschen ihr Glück finden. Dies wird nur verständlich wenn man eine grundlegende Annahme des Aristoteles über das menschliche Wesen berücksichtigt: er sagt, der Mensch sei das von Natur auf das Leben in der Polis (der geordneten politischen Gemeinschaft) hin angelegte Lebewesen. Das höchste Gut für den Menschen lasse sich nur im  gemeinschaftlichen politischen Leben und Handeln verwirklichen; niemals lasse es sich individuell erreichen. Daher wird die politische Wissenschaft die wichtigste und leitendste bei der Frage nach dem höchsten Gut: „Denn sie bestimmt, welche Wissenschaften in den Staaten vorhanden sein müssen, welche ein jeder lernen muss und bis zu welchem Grade man sie lernen muss (...). So dürfte wohl ihr Ziel die Ziele aller anderen mit umfassen; dann wäre also dieses das Gute für den Menschen. Mag nämlich auch das Gute dasselbe sein für den Einzelnen und den Staat, so scheint es doch größer und vollkommener zu sein, das Gute für den Staat zu ergreifen und zu bewahren“  (Aristoteles)


Freiheit

Wenn es keine Unabhängigkeit von den bestimmenden Ursachen der Sinnenwelt gibt, fällt alle Freiheit dahin, und es existiert ein reiner Determinismus (Kant)