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BdPV e.V.
Bund der Pflegeversicherten

48161 Münster
Westfalen
Germany
 

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Häufig gestellte Fragen

Leitfaden des Bundes der Pflegeversicherten

1. Was im Falle von Pflegebedürftigkeit zu tun ist:

- Stellen Sie im Falle von Pflegebedürftigkeit bitte sofort einen schriftlichen aber formlosen Antrag auf “Leistungen aus der Pflegeversicherung” bei Ihrer Pflege-/Krankenkasse. Die Leistungen werden nur vom Tag der Antragstellung an (rückwirkend) gezahlt

- Bedenken Sie, dass die Pflegekasse erst nach Ihrer Antragstellung den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit beauftragt.

- Bedenken Sie, dass die Gutachter des MDK von Ihrer Pflegekasse beauftragt werden und somit als "verlängerte Arme" Ihrer Pflegekasse gelten.

- Bedenken Sie ferner, dass insofern ein wirklich "neutrales Gutachten" durch den MDK nicht zweifelsfrei gegeben ist.

Prägen Sie sich ein, dass Sie ein freier Mensch einer freien, demokratischen Gesellschaft sind und daher nicht "automatisch" die Entscheidungen des MDK oder Ihrer Pflegekasse hinnehmen müssen.

- Denken Sie bei der Antragstellung daran, den Tag schriftlich festzuhalten, an dem Sie den Antrag gestellt haben. Es ist Ihr Geld, um das es geht. Lassen Sie sich den Tag der Antragstellung von Ihrer Pflegekasse schriftlich- Führen Sie ein Pflegetagebuch! Tragen Sie dort jede Minute - buchstäblich jede Minute - ein, die Sie für die Pflege Ihres pflegebedürftigen Angehörigen, Partners, Freundin oder Freundes aufwenden. Nur dann können Sie dem Gutachter des MDK und Ihrer Pflegekasse bewusst und bestimmt entgegentreten. Bedenken Sie dabei, dass Ihre Pflegekasse und die Gutachter des MDK unter dem "Wirtschaftlichkeitsgebot" stehen. Sie werden immer versuchen, die von Ihnen festgestellten Pflegezeiten zu kürzen. Setzen Sie sich notfalls mit dem Bund der Pflegeversicherten in Verbindung.

 - Viele Pflegebedürtige zeigen, wenn sie vom MDK "begutachtet" werden, eine ungewöhnliche Vitalität und Leistungsfähigkeit. Sie empfinden diese Situation als Ausnahmesituation. Sie zeigen unter Umständen Fähigkeiten, die sie unter Alltagsbedingungen nicht, bzw. nicht mehr besitzen. Weisen Sie den Gutachter darauf hin - und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass Sie darauf aufmerksam gemacht haben.

- Fragen Sie den Gutachter oder die Gutachterin nach deren beruflicher Qualifikation. Ein qualifizierter Gutachter wird Ihnen die Antwort nicht verweigern. Für Sie ist wichtig zu wissen, ob der Gutachter etwa eine orthopädische oder psychiatrische Ausbildung genossen hat. Ein ausgebildeter Orthopäde wird kaum die Qualifikation besitzen, innere Erkrankungen sachlich angemessen zu diagnostizieren. Umgekehrt gilt das ebenso. Eine gynäkologisch ausgebildete Ärztin wird zum Beispiel eine Verletzung des vierten Lindenwirbels kaum sachlich diagnostizieren können.

- Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Bund der Pflegeversicherung. Allerdings dürfen wir Sie aus rechtlichen Gründen nur als Mitglied individuell beraten.

.Pflegestufen sind überflüssig und ungerecht:

Aus: Evaluation der Orientierungswerte für die Pflegezeitbemessung; Forschungsbericht BMG, Nov. 2000.
"Jeder Pflegehandlung liegt ein Pflegeprozess zugrunde, den wir in Prozessschritte untergliedert haben. Im einfachsten Fall sind das die drei Pflegephasen: Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung.


Pflegeprozesse haben keine nennenswerten zyklischen Wiederholungen, wie sie für viele Prozesse in Fertigungs- und Dienstleistungsbetrieben typisch sind. Bei den meisten Pflegehandlungen kommt es zu einem ständigen Wechsel zwischen unterschiedlichen Aktivitäten, teilweise auch für die Pflegeperson unvorhersehbar. Eine Pflegehandlung, die morgens ausgeführt wird, kann einen Bruchteeil oder ein Mehrfaches an Zeitaufwand bedingen, wie die gleiche Pflegehandlung, die am Abend des gleichen Tages anfällt. Die Folgen dieses Sachverhalts sind:

- es gibt zahlreiche Varianten von Pflegeprozessen zur gleichen Pflegeverrichtung, und

- für Pflegehandlungen, die zur gleichen Pflegeverrichtung erfolgen ("genauso heißen"), können gravierend unterschiedliche Zeitbedarfswerte anfallen."

"Die Leistungen bei Pflegebedürftigkeit können mit den Orientierungswerten kaum abgebildet werden. Korridorwerte, die nach den empirischen Werten gebildet würden, müssten so breit sein, dass sie wiederum nicht zu einer Vereinheitlichung führen könnten. Darüber hinaus berühren die empfohlenen Zeitkorridore nur einen geringen Teil der erforderlichen Pflegehandlungen, weil sie nur eine Hilfeform beinhalten. Außerdem kann diese Hilfeform auch nicht so präzise und trennscharf definiert werden, wie dies erforderlich wäre."

Daher verfehlen die bisherigen Begutachtunsweisen des Medizinischen Dienstes (MDK) ihr Ziel. Durch den Einsatz von Zeitkorridoren ist die Begutachtung von Pflegehandlungen ungerecht, da sich hinter den Überschriften von Pflegehandlungen sehr unterschiedliche Einzelhandlungen verbergen. Der Bund der Pflegeversicherten fordert daher, die Pflegebedürftigkeit neu zu definieren, da in einem Zeitkorridor nicht einmal die Hälfte aller gemessenen Zeiten fällt. "Sollten 80 Prozent der erwarteten Werte in einem Korridor erfasst werden, dann müsste dieser zehn bis vierzig Minuten umfassen. Diese breiten Streuungen fanden sich bei nahezu allen in den Begutachtungsrichtlinien definierten Pflegehandlungen. Begutachtungsgerechtigkeit kann dann mit den alten Richtwerten keinesfalls erreicht werden". Pflegehandlungen sind im Detail sehr heterogen. Sie unterscheiden sich nicht nur von Fall zu Fall, sondern auch von Situation zu Situation.


Pflegemaßnahmen müssen daher immer vom Zustand des Pflegebedürftigen ausgehen. Es wäre viel sinnvoller, den Zustand des Betroffenen genau und differenziert zu erfassen, um dann einen individuellen Pflegeplan zu erstellen und die einzelnen Pflegeschritte festzulegen. "In der derzeitgen Definition von Pflegebedürftigkeit im § 14 des SGB XI wird Pflege immer nur als handwerkliches Tun ohne Anlass und Ziel angesehen. Art und Intensität der Pflegebedürftigkeit lassen aber viel besser durch geeignete Assessment-Intrumente abbilden als mit Zeitwerten. Dem Assessment-Verfahren hat die Erstellung eines individuellen Pflege- und Heilplanes zu folgen. Nur so kann darauf hingewirkt werden, die "Pflegebedürftigkeit zu überwinden, zu mindern sowie eine Verschlimmerung zu verhindern" (§ 5 SGB XI). Auf diese Weise ließen sich auf der einen Seiten die Prozessqualität der Pflege verbessern, auf der anderen Seite ließen sich (auch mittels eines Barecode-Verfahrens) auf der Kostenseite sozusagen als "Zugabe" fortwährend auflaufende Kosten zum Nutzen der Gesamtheit der Pflegeversicherten einsparen.

Bund der Pflegeversicherten e.V.
Gerd Heming (Vors.)

- Lassen Sie nie zu, dass Ihre bürgerlichen Grundrechte angetastet werden. Setzen Sie sich stets mit dem Bund der Pflegeversicherten in Verbindung.

Es geht dem BdPV e.V. darum, den Bedürfnissen unserer Mitglieder zuvorzukommen und diese zu erfüllen. Aus diesem Grund haben wir oben eine Liste häufig gestellter Fragen zusammengestellt. Wenn Sie die Antwort auf Ihre Frage hier nicht finden, kontaktieren Sie uns unter 02533-3359 oder  Gerd.Heming@t-online.de.

 

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2011-02-13 15-30-10.500

Der Philosoph

Aufklärung

Aufklärung ist der Aus-gang des Menschen aus seiner selbstver-schuldeten Unmün-digkeit. Un-mündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung durch Andere zu bedienen. Selbst-verschuldet ist die Unmündigkeit, wenn die Ursache nicht im Mangel des Verstandes, sondern der Ent-schließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung zu be-dienen. Habe Mut, dich deines eigenen  Ver-standes  zu bedienen!


Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur  längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen, Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der fr mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, usw.: so brauche ich mich ja selbst nicht zu bemühen.  Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für ich übernehmen.  Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den ‘Schritt zur Mündigkeit, außer dem, daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben.  Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem  Gängelwagen, darin sie sie einsprerreten, wagen durften: so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. (Kant)


Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetze werden sollte.

Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst. (Kant)


Wenn es keine Unahängigkeit von den bestimmenden Ursachen der Sinnenwelt gibt, fällt die praktische Freiheit dahin, und es regiert ein strenger  Determinismus (Kant).


Genuss

In der ersten Lebensform, der des Genusses, ist die Bestimmung des Glücks nicht zu finden. Wer nur dem Genuss frönt, lebt „sklavenartig“ und „das Leben des Viehs“ – ein tierisches, kein eigentlich menschliches Leben, weil er das nicht einsetzt, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Vernunft und Sprache.

Als zweite Lebensform nennt Aristoteles die politische – und in diesem politischen Leben können die Menschen ihr Glück finden. Dies wird nur verständlich wenn man eine grundlegende Annahme des Aristoteles über das menschliche Wesen berücksichtigt: er sagt, der Mensch sei das von Natur auf das Leben in der Polis (der geordneten politischen Gemeinschaft) hin angelegte Lebewesen. Das höchste Gut für den Menschen lasse sich nur im  gemeinschaftlichen politischen Leben und Handeln verwirklichen; niemals lasse es sich individuell erreichen. Daher wird die politische Wissenschaft die wichtigste und leitendste bei der Frage nach dem höchsten Gut: „Denn sie bestimmt, welche Wissenschaften in den Staaten vorhanden sein müssen, welche ein jeder lernen muss und bis zu welchem Grade man sie lernen muss (...). So dürfte wohl ihr Ziel die Ziele aller anderen mit umfassen; dann wäre also dieses das Gute für den Menschen. Mag nämlich auch das Gute dasselbe sein für den Einzelnen und den Staat, so scheint es doch größer und vollkommener zu sein, das Gute für den Staat zu ergreifen und zu bewahren“  (Aristoteles)


Freiheit

Wenn es keine Unabhängigkeit von den bestimmenden Ursachen der Sinnenwelt gibt, fällt alle Freiheit dahin, und es existiert ein reiner Determinismus (Kant)